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Die Schwedische Kirche

Svenska kyrkanDer französische Benediktinermönch Ansgar, brachte 829 n. Chr. die Botschaft von Christus nach Schweden. 200 Jahre später ließ sich der erste schwedische König, Olof Skötkonung, taufen. Im Jahre 1210 wurde der erste schwedische König, Erik Knutsson, durch einen Bischof gekrönt. Dieses Bündnis garantierte dem König die  Unterstützung der Kirche und die Einheit von Kirche und Staat durch den Bischof und König war besiegelt. Der Staat und die Kirche waren fest miteinander verbunden.

1523 wurde Gustav Vasa zum König von Schweden gekrönt. Von ihm ging der Anstoß aus, einen einheitlichen Nationalstaat Schweden, unabhängig von der katholischen Kirche zu schaffen. Dazu bildete er eine neue nationale schwedische Staatskirche evangelisch-lutherischer Ausprägung. Der Übergang vom katholischen Glauben ging sanft und fließend zum evangelischen Glauben über. Es wurden nur solche Dinge geändert, die absolut unvereinbar mit dem evangelischen Verständnis waren.

1526 kam das Neue Testament auf Schwedisch heraus und 1530 wurde die erste Messe auf Schwedisch gelesen. Im Jahre 1541 erschien die erste vollständige Bibel auf Schwedisch. Das erste schwedische Gesangbuch wurde 1543 gedruckt.

Die Staatskirche trug zur Festigung des neuen Nationalstaates bei und Schweden stieg im 17. Jahrhundert zur Großmacht auf. Im 18. Jahrhunderts wurde dieses religiöse Monopol von pietistischen Strömungen aus Deutschland  bedroht. Einige Gruppen verließen aus theologischen Gründen im 19. Jahrhundert die schwedische Kirche und gründeten  freie Gemeinden, obwohl das Gesetz die Loslösung untersagte. Im Jahr 1951 wurde dann die volle Religionsfreiheit für alle durch Gesetz garantiert, so dass jeder irgendeiner Religionsgemeinschaft christlicher oder nichtchristlicher Art angehören darf. Nur der König und Thronfolger haben die Pflicht, der Schwedischen Kirche anzugehören.

Mitte des 20. Jahrhunderts erschien die Staatskirche nicht mehr zeitgemäß. Ab dem 01.01.2000 trennte sich die schwedische Kirche vom Staat. Die gesetzlichen Grundlagen dazu wurden 1995 geschaffen. Damit verlor die Regierung das Beschlussrecht für zentrale kirchenpolitische Fragen, etwa bei der Benennung von Bischöfen, der Verwaltung von Kirchenfinanzen und bei Fragen bezüglich der kirchlichen Lehre, der diakonischen Arbeit und Mission. Die bisherige Kirchensteuer (1,9% des Bruttoeinkommens) wird durch eine Abgabe ersetzt, die von den Religionsgemeinschaften über das Finanzamt eingezogen werden.

Die Schwedische Kirche hat eine eigene Verwaltung aufgebaut. Die Pastoren sind nun keine Staatsbeamten mehr, sondern Angestellte der einzelnen Gemeinden. Bis 1996 war jeder Einwohner von Geburt an automatisch Mitglied der Staatskirche. Diese Mitgliedschaft ergibt sich nun nicht mehr automatisch, sondern wird durch die Taufe erreicht. Der Schwedischen Kirche wurden nach der Trennung vom Staat allerdings einige Privilegien wie z.B. Fördermittel und die Verwaltung der Friedhöfe zugestanden. Laut "The Local", einer schwedischen Zeitung in englischer Sprache, glauben etwa 23% der Schweden, dass es einen Gott gibt – ungläubigere Europäer sind nur die Tschechen und die Esten.

 

Mitglieder von Freikirchen und anderen Religionen

Muslime 400.000
Römische Katholiken 150.000
Bund freier evangelischer Gemeinden (Svenska Missionsförbundet) 136.000
Östliche & orthodoxe Kirchen 100.000
Pfingstbewegung (Pingströrelsen) 86.000
Baptisten (Örebromissionen) 29.000
Zeugen Jehovas 23.000
Evangelische Vaterlands-Stiftung (Evangeliska Fosterlands-Stiftelsen) 22.000
Juden 20.000
Heilsarmee (Frälsningsarmén) 20.000
Schwedische Baptistenvereinigung (Svenska Baptistsamfundet) 17.000
Estnische Evangelisch-Lutherische Kirche im Exil (Estniska evangelisk lutherska kyrkan i exil) 14.000
Schwedische Allianzmission (Svenska Alliansmissionen) 13.000
Die Mormonen 7.000
Vereinigung der Siebenten-Tages Adventisten (Sjundedagsadventistsamfundet) 5.000
Heiligungsbund (Helgelseförbundet) 5.000
Ungarische Protestantische Kirche (Ungerska protestantiska kyrkan) 5.000
Vereinigte Methodistische Kirche (Metodistkyrkan) 4.600
Bibeltreue Freunde (Bibeltrogna Vänner) 4.000
Kirche von England (Anglikanska kyrkan) 3.000
Buddhisten 3.000
Hindus 3.000
Lettische Evangelisch-Lutherische Kirche (Lettiska evangelisk lutherska kyrkan) 2.000
Wort des Lebens (Livets Ord) 2.000
Schwedische Heilsarmee (Svenska Frälsningsarmén) 1.800
Unabhängige Baptistenkirche (Fribaptistsamfundet) 1.000
Brüdergemeinde (Brödraförsamlingen) 1.000
Französisch-reformierte Gemeinde (Franska reformerta församlingen) 300
Altkatholische Kirche (Gammalkatolska kyrkan) 200
Holländisch-reformierte Gemeinde (Holländska reformerta församlingen) 100

Stand: 2009

Schwedische Kirchen in Deutschland

In Deutschland gibt es 4 schwedische Kirchengemeinden.
Die schwedische Kirche in Berlin ist auch für die schwedische Gemeinde in München zuständig

Schwedische Victoriagemeinde in Berlin

Landhausstrasse 26-28   D-10717 Berlin
Tel: 030-864 95 90

Schwedische Gustaf-Adolf-Kirche in Hamburg

Ditmar-Koel-Strasse 36   D-20459 Hamburg

Tel: 040-31 31 05

Schwedischer Kirchenverein in Frankfurt am Main

Carl-Goerdeler-Str. 1a   D-60320 Frankfurt am Main

Tel: 069-56 65 56

Svenska Församlingen i Bayern e.V.

Schwanthalerstrasse 60   D-80336 München
Tel: 089-54 54 06 95

 

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