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Nachrichten aus Schweden - August 2014

Aktuelle Nachrichten

Archiv: 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017

 

Erstes Elektroauto von Saab

NevsHeute wurde von Saab das erste Elektroauto bei einem Sportfest in Trollhättan der Öffentlichkeit vorgestellt. Nevs hat vier Elektroautos in Schweden mit Modell EV2 registriert. Einer von ihnen wurde heute im Zentrum von Trollhättan enthüllt. Aber es konnten keine Probefahrten gemacht werden. Nach Angaben von Nevskann das Elektroauto ca. 200 Kilometer mit einer Akkuladung fahren. Die Energiedichte (Energie-Gewicht-Verhältnis) der 400 Kilo schweren Lithiumionenbatterien ist ungewöhnlich hoch und liiegt nach Angabe von Nevs etwa 30 Prozent über dem von herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien. Die Batterien sind an der Unterseite des Bodens befestigt und der Innenraum ist wie beim Saab 9-3 unverändert. Der Elektromotor mit 37 kWh ist vorne im Motorraum eingebaut und treibt wie üblich die Vorderräder an. Das Unternehmen will Elektroautos für den chinesischen und schwedischen Markt bauen. Aber es ist noch unklar, wann oder ob überhaupt die Produktion starten kann. Die Finanzierung ist weiterhin unklar. Nevs hat bei ca. 500 Unternehmen unbezahlte Rechnungen und sucht deshalb nach neuen Investoren.

 20.08.2014

Waldbrand unter Kontrolle

Nach den sonnigen Tagen kam gestern endlich eine lang erwartete Antwort auf die Rettungsgebete. Auf dem Weg waren die Reste des tropischen Wirbelsturms Bertha, der Orkanstärke im Atlantik erreichte. Ein intensiver Niederdruck mit Regen und Donner kam gestern über Götaland und zog Richtung Norden. Kurz vor 9 Uhr am Montagmorgen kamen die ersten Berichte über Regen in Västmanland. An einigen Orten fielen über 35 Millimeter Regen. Das Feuer ist jetzt unter Kontrolle. Nur noch die Brände und Glutnester schwelen nicht sichtbar unter der Erdoberfläche. Es bedarf noch einer Menge Wasser, um diese zu löschen. Es ist eine harte Handarbeit, sagte ein Sprecher des Rettungsdienstes. Es hängt noch etwas Rauch über der Gegend, aber es ist für die Bewohner nicht mehr gefährlich.
Mindestens 25 Häuser und Höfe sind abgebrannt. Die Regierung hat erklärt, 300 Millionen Kronen für den Wiederaufbau bereitzustellen. Das Geld bekommen die Gemeinden Sala, Surat, Fagersta und Norberg. Die Regierung hat auch den Waldbesitzern Hilfe versprochen.

Es wird ca. 30 bis 40 Jahre vergehen, bis hier wieder ein Wald stehen wird. Aber es dauert mindestens 75 Jahre bis es wieder ein riesiger Fichtenwald ist.

 12.08.2014

Schweden zahlt für Löschflugzeuge keine Miete

Italien und Frankreich haben Schweden seit Mittwoch mit speziellen Löschflugzeugen bei der Bekämpfung des Waldbrandes in Västmanland unterstützt. Schweden zahlt keine Miete für die Flugzeuge, sondern kommt nur für Treibstoff, Lebensmittel, Unterkunft und Transport für die Piloten vor Ort auf. Die schwedische Zivilschutzbehörde MSB (myndigheten för samhällsskydd och beredskap) und der Rettungsdienst bezahlen die schwedischen Kosten. Die Kosten für Kerosin in den fünf Tagen belaufen sich auf etwa 3 Millionen Kronen. Die Flugzeuge sollten ursprünglich heute nach Hause zurückkehren, bleiben aber eine weitere Woche in Schweden. Die durchschnittlichen täglichen Kosten der Löschflugzeuge betragen 600.000 Kronen, was bedeutet, dass die endgültige Rechnung für weitere sieben Tage bei 4,2 Millionen Kronen liegt. Die Gesamtsumme für den Flugzeugeinsatz liegt dann bei insgesamt 7,2 Millionen Kronen. Schweden beantragte fremde Hilfe beim Krisenzentrum der EU. Das Krisenzentrum vermittelte die Spezialflugzeuge dann an Schweden. Das EU-Krisenzentrum beteiligt sich an den Kosten für den Transport der Flugzeuge an das Gastland.

 10.08.2014

Desaster für schwedische Forstwirtschaft

Katastrophen sind leider die neue Normalität für die schwedische Forstwirtschaft. Der Großbrand bei Sala ist nur eine der vielen Auswirkungen der zunehmenden Häufigkeit extremer Wetterbedingungen. Diese werden die Bedingungen für die schwedische Forstwirtschaft radikal ändern. Fast 20.000 Hektar Wald sind vom Feuer beschädigt oder zerstört worden. Es ist eine wirtschaftliche Katastrophe für die betroffenen Waldbesitzer. Die zerstörten Waldflächen hatten einen Holzwert von rund 700 Millionen Kronen. Darüber hinaus kommen noch Aufwendungen für die Wiederaufforstung des Landes von mindestens 100 Millionen Kronen dazu. Das vom Feuer beschädigte Holz hat keine andere Verwendung mehr als für Biokraftstoffe, aber der Markt ist nicht bereit viel dafür zu bezahlen.

Die Polizei von Sala ermittelt z. Zt. wegen grober Fahrlässigkeit. Das Feuer war am 31. Juli ausgebrochen, als ein Waldarbeiter mit einer Forstmaschine den Waldboden bearbeitete. Der Mann versuchte zuerst den Brand selber zu löschen. Als ihm das nicht gelang, rief er die Feuerwehr.

Was die Frage der Haftung angeht, kann man sich natürlich fragen, wie Bergvik Skog und sein Verwalter Stora Enso unter den extrem trockenen Bodenbedingungen eine Bodenbearbeitung durchführen ließen. Eine Funkenbildung bei der Bodenbearbeitung auf steinigem Boden ist kein unbekanntes Phänomen. Jemand beschrieb es als "wie Fahren mit einem großen Traktor-Zigarettenanzünder". Aber bei den meisten Forstunternehmern müssen die Maschinen rund um die Uhr laufen, um genug Rendite für ihren Betrieb zu erzielen.

Der Klimawandel ist natürlich ein immer wiederkehrendes politisches Thema, besonders in einem Wahljahr. Der Sturm Gudrun, der im Januar 2005 über das südliche und westliche Schweden fegte, sollte ein Weckruf gewesen sein. Dann gab es noch einige andere. Mittelschweden wurde vor zwei Jahren von einem Sturm heimgesucht, der sehr große Mengen Holz zu Fall brachte. Im südlichen Schweden, die wiederkehrenden Stürme und schwere Regenfälle, die zu einem Verlust der Tragfähigkeit des Bodens geführt haben. Der nachfolgende Insektenbefall hatte dieses Werk vollendet. Wo gibt es noch Nadelwald, wo eine Fichte während einer normalen Rotationsperiode von 75 Jahren robust wachsen kann?

 09.08.2014

Polizeibeamte bestellt, um Häuser zu schützen

Die Waldbrände in Bergslagen sind immer noch nicht unter Kontrolle und es ist kein Regen in Sicht. Um vier Uhr morgens begannen die Hubschrauber wieder ihre Wasserbomben über dem Brandherd abzuwerfen, um das Feuer in Schach zu halten. Um 6:30 Uhr starteten die vier Löschflugzeuge wieder mit ihren Flügen, um das Feuer aus der Luft zu bekämpfen, unterstützt werden sie am Boden von den Rettungsdiensten und den schwedischen Streitkräften.

Tausende von Menschen sind nach dem tobenden Waldbrand in Västmanland evakuiert worden. Bei Polizei in Norberg sind drei Hauseinbrüche in Villen und Ferienwohnungen gemeldet worden, wo die Bewohner ihre Häuser freiwillig wegen des Feuers verlassen hatten. Es wurden technische Geräte wie Fernseher, Laptops und Videospiele gestohlen, sagte eine Polizeisprecherin. Die Polizei forderte die Öffentlichkeit auf, nach fremden Personen in der Nähe des Feuers Ausschau zu halten, um die leerstehenden Häuser vor Plünderern zu schützen. Die Polizei hat die Leute aufgefordert, sofort zu warnen, wenn Sie etwas Verdächtiges sehen. Polizeistreifen fahren rund um die Uhr Streife und halten immer ein Auge nach mutmaßlichen Plünderern in dem Brandgebiet. Das riesige Feuer zog auch viele Menschen an, die den Schaden aus erster Hand sehen wollen.

 08.08.2014

Viele Tiere sterben im Waldbrand

BrandgefahrViele Menschen fliehen vor dem großen Waldbrand in Västmanland und nehmen ihre Haustiere und Vieh mit. Aber was passiert mit all den Tieren des Waldes? Die großen flüchten - die kleinen verstecken sich am Boden. Elche, Rehe, Füchse und Dachse versuchen zu fliehen. Wühlmäuse, Schnecken, Schlangen, Eidechsen, Kröten, Mäuse und Insekten bleiben in der Region. Sie suchen Schutz, indem Sie sich in Hohlräume verkriechen. Viele von ihnen werden durch den heißen Rauch sterben.

Russland hat mit einem Flugzeug, das 40 Kubikmeter Wasser aufnehmen kann, seine Hilfe angeboten, um das Feuer in Västmanland löschen. Das Notfallmanagement lehnte jedoch dankend ab. Es besteht keine Notwendigkeit für mehr Flugzeuge, denn der Luftraum ist jetzt schon überfüllt und man will sich nicht auch noch mit einem Flugzeugabsturz befassen müssen.

Im Laufe des Tages besuchte auch Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt Teile des inzwischen 150-190 Quadratkilometer großen Brandgebietes. Das Feuer breitet sich zur Zeit nicht weiter aus, ist aber immer noch nicht unter Kontrolle. Zehn Gebäude wurden bisher von den Flammen zerstört. Der Rauch des Feuers war heute deutlich in Stockholm zu riechen. Die Polizei hat auch eine Untersuchung eingeleitet, um herauszufinden, wie das Feuer ausbrach. Keine Person wird jedoch eines Verbrechens verdächtigt.

Nach einem 14-Stunden-Einsatz beendeten gegen 21:00 Uhr die Löschflugzeuge ihre Arbeit für heute. Nach rund 300 Löschflügen haben sie fast 2 Millionen Liter Wasser über das Feuer abgeworfen.

Unterdessen brach heute Vormittag ein zweiter Waldbrand am See Lockjärv in Bjuråker in Hälsingland aus. Zwei Hubschrauber sind vor Ort um das Feuer zu löschen. Es ist sehr trocken in der gesamten Provinz. Darüber hinaus ist es ein sehr schwer zugängliches Gelände. Es ist ein ödes Waldgebiet, weit draußen, wo es keine Straßen gibt um dorthin zu gelangen. Die nächstgelegene Gemeinde ist Hasselagränd, die im Jahr 2008 unter einem großen Waldbrand litt. Derzeit besteht aber keine Gefahr einer Ausbreitung des Brandes auf die Gemeinde.

 07.08.2014

Carl XVI Gustaf besucht das Brandgebiet

Seit sieben Tagen tobt die riesige Feuerwalze bei trockener Hitze und starkem Wind. Mittlerweile hat sich die Brandfläche auf 170 Quadratkilometern ausgebreitet. Viele Bewohner in der Region sind ohne Strom. Die Rettungskräfte wurden mit Mannschaften aus anderen Regionen Schwedens verstärkt. Die italienischen und französischen Löschflugzeuge haben heute 700.000 Liter Wasser über dem Brandgebiet abgesetzt.
Wie viel Schäden das Feuer bis jetzt verursacht hat, ist sehr schwer abzuschätzen. Ein Sprecher der Forstdirektion sagte, dass in dem Brandbereich in etwa 2,37 Millionen Kubikmeter Holz zur Verfügung standen. Der Marktwert liegt irgendwo zwischen 300 bis 600 Millionen Kronen. König Carl XVI. Gustaf brach seinen Urlaub auf Öland ab und reiste ins Krisengebiet. Zu Reportern sagte er: "Das ist mehr als ein normaler Waldbrand, das ist eine Tragödie".

 06.08.2014

Erster Todesfall bei Waldbrand in Mittelschweden

Letzte Nacht hat es bei den gigantischen Waldbränden in Mittelschweden ein erstes Todesopfer gegeben. Um Mitternacht fanden Feuerwehrleute die Leiche eines verbrannten Mannes. Ein anderer Mann wurde mit schweren Verbrennungen in die Universitätsklinik von Linköping gebracht. Sein Zustand wird als ernst, aber stabil angegeben. Mehr als 1000 Menschen wurden bereits aus dem Risikogebiet evakuiert. Das Feuer eskaliert unterdessen weiter nach Westen. Die Brandfläche hat sich inzwischen auf 15.000 Hektar vergrößert. Die Landesregierung von Västmanland forderte die 5600 Einwohner von Norberg auf, ihre Sachen zu packen. Es wurden bereits Hunderte von Kühen und Pferden in Sicherheit gebracht. Das Wetter ist trocken, warm und windig. Laut dem Wetterinstitut SMHI ist in der nächsten Zeit kein Regen in Sicht. Am Abend werden zusätlich zwei französische Spezialflugzeuge in Västerås erwartet, die bis zu 6000 Liter Löschwasser aufnehmen können. Die Amphibienflugzeuge vom Typ CL-415 sind schneller als Hubschrauber und bedecken eine größere Fläche. Das Löschflugzeug nimmt beim Landeanflug auf den See Åmänningen das Wasser in nur 12 Sekunden auf und startet sofort durch. So kann ein Flugzeug in einer Stunde bis zu 54.000 Liter Wasser abwerfen, wenn die Entfernung zum Brandherd 11 km beträgt.

 05.08.2014

Waldbrand in Västmanland breitet sich aus

Die Waldbrände in der mittelschwedischen Provinz Västmanland breiten sich am fünften Tag weiter aus. Der Waldbrand ist der größte den es in dieser Gegend seit über 40 Jahren gab. Bis zu 10.000 Hektar Wald brennen. Die Lage ist angespannt. Die Situation für die Freiwilligen Helfer auf dem Boden ist schwierig, wenn nicht sogar fast aussichtslos, sagt ein Sprecher der Feuerwehr. Heute wurden neun Freiwillige Helfer der Heimwehr von den Flammen eingeschlossen, konnten aber in letzter Minute mit einem Black Hawk Hubschrauber gerettet werden. Am Nachmittag kamen zwei italienische Spezialflugzeuge zur Hilfe, die größere Mengen von Wasser über die Brandflächen schütten können als die Wasserbomben der Hubschrauber. Es ist das erste Mal, dass sie in Schweden eingesetzt werden. Am Abend wurden die Bewohner von Vanhakylä, Ängelsberg und Västervåla aus dem Brandbereich evakuiert. 80 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Laut Aussage der Feuerwehr wird die Brandbekämpfung voraussichtlich den ganzen August andauern.

 04.08.2014

Waldbrand in Sala außer Kontrolle

Schon seit drei Tagen wütet ein Feuer in den westlichen Teilen von Sala (Västmanlands län). Der Waldbrand ist immer noch außer Kontrolle. 70 Feuerwehrleute von Sala-Heby, Uppsala, Västerås, Strängnäs, Storstockholm, Uppsala und Rättvik  kämpfen gegen die Flammen. Aber es ist schwer in dem hügeligen Waldgelände mit den Höhenunterschieden und wenigen Wegen dem Feuer Herr zu werden. Das Brandgebiet ist fünf Kilometer lang und vier Kilometer breit. Es ist Personal von sieben Feuerwehren im Kampf gegen die Flammen im Einsatz. Sechs Hubschrauber sind an der Brandbekämpfung beteiligt. Was den Waldbrand auslöste, ist bisher unklar.

 03.08.2014

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