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Dalarna (Dalekarlien)

DalarnaLandesteil: Svealand

Provinzen (län): Dalarnas län, Gävleborgs län, Jämtlands län, Värmlands län

Residenzstadt (residensstad): Falun

Website: www.dalarna.se

Verwaltungsgliederung:

15 Kommunen — Älvdalen, Avesta, Borlänge, Falun, Gagnef, Hedemora, Leksand, Ludvika, Malung, Mora, Orsa, Rättvik, Smedjebacken, Säter, Vansbro 

Statistik:

Fläche: 30.404 km²
Bewohner: Dalkarlar (Dalekarlier) bzw. Masar (männlich) und Dalkullor (weiblich)
Einwohnerzahl: 275.711 (31. Dezember 2006)
Höchste Erhebung: Storvätteshågna 1204 m ü.d.M.
Größter See: Siljan 280 km²
Bevölkerungsdichte: 9,5 Einw. je km²
Anteil der Fläche des schwedischen Staatsgebietes = 6,8 %
Anteil an der Gesamtbevölkerung Schwedens = 3 %

Landschaftssymbole:

Landesbuchstabe (länsbokstav): W
Landschaftsblume (Landskapsblomma): Wiesen-Glockenblume
Landschaftstier (Landskapsdjur): Uhu

Wappen DalarnaDalarna gehört zweifellos zu den reizvollsten schwedischen Landschaften. Die hügelige Landschaft ist dünn besiedelt, da wo Schweden am Schwedischsten ist. Das noch vorhandene bäuerlich-dörfliche Flair dieser Landschaft bietet Romantik und Nostalgie. Die Bewohner Dalarnas sprechen den charakteristischen Dialekt Dalmål. Dalarna bedeutet „die Täler“. Gerade niederschmetternd, wie es dazu kam. Vor Millionen von Jahren stürzte ein riesiger Meteroid vom Himmel. Der Krater füllte sich mit Wasser und heute heißt er Siljansee. Dalarna ist zu 70% mit Wald bedeckt. Westlich des Siljansees befindet sich ein großes Sumpfgebiet. Rund um den Siljansee versteckten sich im Mittelalter gerader mal 3 Kirchen. Manches Kirchspiel hierzulande hatte die Größe Belgiens.

Aus Tradition paddeln heute noch die Einwohner am Siljansee am Sonntag zur Kirche. Wer zu Mittsommer in Leksand im Süden des Siljansees ist, sollte die Wettfahrt der Kirchboote unbedingt miterleben. Es ist ein großes Fest. Die Winter sind kalt in Dalarna und der Siljansee ist bis in den April hinein zugefroren. An Mittsommer treffen sich die Kirchgänger vor den alten Pferdeställen in Rättvik.

In Dalarna gibt es immer noch viele regionale Varianten der traditionellen Tracht, die zu besonderen Anlässen wie dem Mittsommerfest getragen wird. Jedes Dorf am Siljansee hat noch seine eigene Tracht. Die Männer tragen einen schwarzen Hut mit breitem Rand, weiße oder blaue Überröcke und blaue Wollstrümpfe. Frauen und Mädchen sind in weißen Leinenjacken, Häubchen und weißen stehenden Halskragen gekleidet. Dazu tragen sie farbige wollene Schürzen und rote Wollstrümpfe. Die Schuhe haben hohe Absätze und noch oft Sohlen aus Birkenrinde.

Es ist noch keine 100 Jahre her, da arbeitete jeder Dalekarlier den Winter über als Holzfäller im Wald. Was hätte man als Bauer den langen Winter über auch tun sollen? Doch dann kam die Kettensäge und schließlich die Skogsmaskin. 99 von 100 Arbeitern hatten nun nichts mehr zu tun. Viele wanderten in die Großstädte ab. Im 19. Jahrhundert wanderte jeder zweite Dalekarlier wegen der großen Armut nach Amerika aus. Heute stehen die alten Hütten der Waldarbeiter leer. Nach der letzten Eiszeit rodeten die Siedler die Urwälder Dalarnas und auch nach Feierabend schnitzte man begeistert weiter. Aus herausgeschlagenen Holzkeilen entstand so das Dalarnahäst, das Dalarnapferdchen, dass heute in Nusnäs gefertigt wird und ein beliebtes schwedisches Souvenir ist.

Ihre Art, Holzhäuser zu bauen, behielten sie bei. So ähneln sich viele ländliche Siedlungen hier, wie in Amerika bis heute. Die rote Farbe dagegen ist typisch Schwedisch. Sie ist ein Abfallprodukt aus dem mehr als 1000 Jahre alten Kupferbergwerk in Falun.

Tief in den Wäldern des Siljanfors versteckt sich das älteste Waldforschungszentrum Westeuropas. Seit 1921 untersucht hier die landwirtschaftliche Universität Anpflanzung, Wachstum und Holzqualität von Bäumen. Dazu forsten Wissenschaftler Parzellen mit unterschiedlichen Baumarten und wechselnden Methoden auf, erzeugen künstliche Waldbrände oder überlassen den Wald sich selbst. Nach dem schwedischen Gesetz muss der Wald gepflegt und bewahrt werden. Auf der anderen Seite bemüht man sich um einen möglichst hohen wirtschaftlichen Ertrag. Beides ist wichtig, der ekonomische wie auch der ökologische Nutzen.

Dalarna ist ein Eldorado für Fliegenfischer. Wilde und fischreiche Flüsse gibt es genug. Außer Elchen leben hier auch Wölfe, Luchse und Bären. Die Bären sind allerdings sehr scheu, so dass man sie nicht so einfach zu Gesicht bekommt. Daher empfiehlt sich ein Ausflug zum Bärenpark Orsa Grönklitt, wo man die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten kann.

Almen und Sennhütten

Der Gebrauch von Almen und Sennhütten war früher eine lebensnotwendige Vorraussetzung in der Landwirtschaft. Schon während des Mittelalters nahm man Almen in Anspruch, um die ständig wachsende Bevölkerung mit Lebensmittel versorgen zu können. Unter der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es in Dalarna ca. 1000 Sennhütten. Auch die Erbgesetze trugen zur rasch wachsenden Zahl der Sennhütten bei. Wenn der Eigentümer eines Hofes starb, teilte man den Grund und Boden, so dass alle Kinder gleich große Stücke bekamen. Das bedeutet dass es nach und nach immer mehr und immer kleinere Grundstücke gab. Das Land reichte nicht mehr um Menschen und Tiere zu versorgen. Wenn auf der Weide nah am Hof alles abgegrast war, trieb man die Tiere zu einer Senne. Oft gab es zwei verschiedene Sennen, eine, die ziemlich nahe beim Hof war (Heimsenne) und eine, die weiter entfernt lag. Die zweite Senne wurde oft von mehreren Höfen zusammen bewirtschaftet.

Um die Kühe zu locken wurde meistens ein Kuhhorn oder ein Blasinstrument aus Birkenrinde, ein so genannter „Näverlur” angewendet. Da es sehr viele Sennhütten gab, musste man sich miteinander verständigen können und deshalb wurde ein spezielles Rufen, „Kulning”, erfunden, eine Art Singen und Rufen in hohen Tönen. Verschiedene Melodien wurden angewendet, z. B., wenn man die Kühe nach Hause rief, wenn man mitteilen wollte dass Gefahr durch Raubtiere lauerte oder einfach nur um zu sagen: heut Abend treffen wir uns alle und klatschen ein bisschen. Man wusste genau, wer was gerufen hatte.

Auf einer Senne zu arbeiten war nicht gerade „Urlaub auf dem Bauernhof”, sondern harte Arbeit. In der Frühe begann man mit dem Melken, Misten und Spülen. Wasser musste geholt und Feuer gemacht werden. Der Leitkuh musste die Glocke umgehängt und danach, bei einem bestimmten Hornsignal, die Tiere in den Wald getrieben werden. Aus der Milch, die man erhielt, wurde Sahne, Butter, Käse und ein spezieller Streichkäse bereitet. Eines der Mädchen musste mit den Tieren in den Wald ziehen um sie zu bewachen. Sie hatte immer einen Rucksack dabei in dem sich eine Mischung aus Mehl und Salz befand, um die Tiere zu locken.

Wenn man mal ein paar freie Stunden hatte, wurde erzählt und gestrickt. An den Wochenenden kam oft die Jungend aus dem Dorf und dann wurde gefeiert. Wenn im Spätsommer alles abgegrast war, zog man wieder zurück zur Heimsenne, dort blieb man oft bis zum späten Herbst. Zu diesem Zeitpunkt waren die Scheunen wieder bis zum Dach mit Futter gefüllt so dass die Tiere während dem Winter nicht zu hungern brauchten.

Von den ca. 1000 Sennhütten, die es damals gab, sind nur wenige übrig geblieben. Einige werden noch immer bewirtschaftet.

Sehenswürdigkeiten:

· Freilichtbühne in Dalhalla

· Kirchboote an Mittsommer

· Nusnäs, wo die Dalapferde hergestellt werden

· Wohnhaus und Museum des berühmten Malers Anders Zorn in Mora

· Wohnsitz des Malers Carl Larsson und dessen Frau Karin in Sundborn bei Falun

 

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